zuerst fällt dem leser/betrachter auf, dass die uhren und schmuckstücke von jahr zu jahr protziger erscheinen. liegt es an der einjährigen erholungspause vom güldenen pomp, die einem die saisonalen umstände (vor(weihnacht(zeit))) gewährten, und die dann sich um so brachialer entfalten aus dem schweren, gewichtigen papier - oder ist es tatsöchlich so, dass mit den jahren die uhren größer, die schriftzüge auf den ziffernblätern prominenter und die (selbst)darstellung der ehedem als mittler fungierenden, nun tatsächlich als hersteller oder lizenznehmer und -geber fungierenden famielie wempe, angeführt von törchterlein kim-eva, immer penetranter würden? doch halt es wäre voreilig, dies nur innerhalb des systems "schmuckhandel" zu verorten – vielmehr repräsentiert die darstellung und das dargestellte ein (zeit)zeichen; der untergang der itanic scheint wieder bevorzustehen und die gesellschaft, ihre abschmecker und ihr luxus(gut) begegnen sich wieder in jener trope der unausweichlichen wiederholungszwänge. ein afang eines neuen jahrhunderts, dem ein ende inne zu wohnen scheint? der tanz des (auf)fallens umzwingt die handhelenke, die fesseln: mehr gold, mehr gepränge, die teuerste uhr übertrifft sich selbt: es gibt sie nur, mit sich selbst gedoppelt und farblich nuanciert, im set. die wortmarken integrieren sich nicht mehr in die ziffern, die sprengen die rahmen ind größe und in farbigkeit. ich, ich, ich! schreien die objekte der verstummung der subjekte entgegen. wo kommt er her, der raum, in dem sich die träume aus edelmetallen und -steinen entfalten? ist er schon da, oder wird er erst aus sich selbst heraus geschaffen, die kundschaft sich vorgaukelnd machend, sie wären seine schöpfer? nein, so funktioniert's nicht wirklich. die inflation frisst ihre kinder. es gibt keine "werte" im realen.

