wahr?
Aber vor einigen tagen flatterte mir eine pressemitteilung der tourismus
congress gmbh frankfurt ins haus, die für eine neue kooperative mit den vier
jungkunstmanagern Birnbaum, Hollein, Schafhausen und Kittelmann warb.
Ausgewählt für eine in zukunft jährlich stattfindende präsentation wurden
die frankfurter künstler Duwe/Wüst eine videoarbeit auf die fassade des
schweizer national gebäudes (gegenüber dem filmmuseum) zu projezieren.
Unter dem titel "kenneth lay says: I trust in god and the free market"
sollen dort slogans des globalen neoliberalismus erscheinen.
Soweit so gut. Anzumerken wären dazu:
Dass kunst immer stärker auf die weltweiten tourismusströme ausgerichtet
wird ist weder neu noch besonders aufregend, handelt es sich doch da um eine
zielgruppe, die sich im gegensatz zu flüchtlingen ungehindert bewegen darf.
Öde und einfallslos sind allerdings anlass und platzwahl. Touristen sollen
gerne nach Frankfurt kommen, aber die wenigsten verirren sich in die
aussenbezirke, die sprawls der schlafstädte, der werbe- und partyfreien
zonen. Gerade aber dort wäre doch noch etwas im rahmen des vielbeschworen
"erlebnisshoppings" zu erleben oder zum erleben einzurichten. Stattdessen
bemühen sich die platzhirsche einen weiteren ort vor ihrer haustür
einzugemeinden; "innenstadtaktion" mit umgekehrten vorzeichen, könnte ich
meinen.
Ansonsten wäre zum thema tourismus schon zu bemerken, was ich im hinblick
auf manifesta schon gesagt habe. Hier gehts allenfalls um einen indirekten
effekt, der via gastronomie und hotellerie geld in die stadtkassen spült,
das dann vielleicht mal für kunst ausgegeben wird.
Direktinvestitionen wären angesagt, künstler als investoren ernst nehmen,
die sie schon immer waren. Videoprojektion schön und gut, aber wir wärs mal
mit einem zentralen medienlabor oder wenigstens einem gerätepool?
Das Nizza hat nicht Annette Gloser sondern die Metzler Bank bekommen, der
man dann ein öffentlich zugängliches restaurant (für wen wohl?) noch
abringen musste. Hat sich da einer der fab four für Annette eingesetzt?
Auch hier beim museuemsuferfest zeigt sich, dass die ausstellungsmacher
definieren was wo als kunst erscheinen darf, - nicht die künstler.
Schlage folgende slogans vor:
Kittelmann: "Solutions for a small kunstverein"
Schafhausen: "I trust in god and the freemanifesta."
Birnbaum: "Probleme lösen, Studenten schützen, Antworten erhalten"
Hollein: "Where do you want to go today?"

