Thing Frankfurt Blog / Artikel

Kunstumfrage

Veröffentlicht am

Moderne Kunst ist dadurch gekennzeichnet, daß sie sich beständig selbst in Frage stellt, sowie in Frage gestellt wird. Was wären Ihre Fragen an die Kunst?

Als Anregung vier Fragen von mir:

1) wie kann die Kunst nur sie selbst sein und nichts anderes, also weder ein Objekt der Kolonisation (durch Wirtschaft, Sponsoring, wohlmeinende Förderer), noch selbst kolonisierende (Politik, Gesellschaft, Randgruppen etc.).

2) wie kann die Rezipientin aus ihrer passiven Rollen entkommen und Mitwirkende werden? Im Sinne von Kurd Alslebens "Ich weiss allein nicht weiter" fasst das ebenso eine Umdeutung des Künstlers, der Künstlerin mit ein.

3) wie ist das gegenwärtige Paradigma von Ausstellungskunst zu überwinden? Was, wäre, wenn es keine Ausstellungen mehr gäbe?

4) was wäre, wenn die Kunst in ihrer jetzigen Form einfach aufhörte zu existieren?

English Translation:

1) How can art be itself, becoming neither an object of colonisation (by economy, sponsoring, benevolent patrons), nor colonising something other (some "material", or politics, society etc)?

2) How can the recepient escape his/her passive role and become a collaborator? (In the sense of Kurd Alslebens "I don't know how to get along on my own")

3) How can the present paradigma of exhibition art be overcome? What if there were no more exhibitions?

4) What happened if art in its present form ceased to exist?

Ähnliche Artikel

---

3 Kommentare

Re: Kunstumfrage

Kunstumfrage - 26. April 2004 - 21:10


5) würde das überhaupt jemand bemerken?

Re: Kunstumfrage

Kunstumfrage - 27. April 2004 - 16:29

Gute Frage.

Man stelle sich vor es blieben ein paar Relikte zurück, leere Ladenlokale, wo früher z.b. die Buchhandlung König oder Galerien auf der Braubachstr. waren.

Am Museum für moderne Kunst und den anderen Museen hinge ein Schild "geschlossen". Die Gebäude würden schliesslich anderweitig genutzt.

Re: Kunstumfrage

Kunstumfrage - 24. September 2004 - 12:07

1) Zunächst: ich bin ein Anhänger von prodesse et delectare. Sie soll nutzen uns erfreuen. daraus folgen diese fragen: wie sollte das gleichgewicht wzischen beiden aussehen? (angesichts der Tatsache, daß es schon genug fun gibt und ebenfalls genug humanitär-quotenpc-moralin-gutmenschenpopulismus - beide extreme sind nicht gemeint)

2) an wen soll sich meine/deine kunst richten? an alle auf gar keinen fall (dann landen wir bei amelie poulain), an die versteher allein auch nicht, deren theoretischer schleim immer noch die senile thorax der 68er röcheln läßt.

3) ausstellungen sind mir eigentlich wurscht, interessant ist doch, wie K. in das leben einsickern kann? ferner als museal kann kunst uns doch nie sein, weniger als ausgestellt können wir doch mit ihr nicht zu tun haben. natürlich sind sammler wichtig und lobenswert, und sie sollen ihr zeug auch zeigen. aber das ist nur beiprodukt, nebensache. andererseits will ich K. auch nicht popularisieren (pop-art, ohgott!). ich finde der rezipient sollte was zum spielen, denken oder griffeln behalten dürfen.

4) Anders sein ändert auch nix. also, wie macht man was eigenes?

5) die geilste frage ist immer noch: was will uns der künstler damit SAGEN ????

 

* * *

Permalink: http://blog.thing-frankfurt.de/artikel165.html

Im Kontext von Thing Book 2004 auch: ›http://www.cms.thing-net.de/artikel165.html‹ (veraltet).


[07/2015] Wegen Serverwechsel können wir die Seite Thing Frankfurt Blog in der bisherigen Form leider nicht mehr weiterführen.

Zur Zeit sind nur ausgewählte Artikel verfügbar.

Wir wollen zu Wordpress wechseln. Wer kennt sich aus mit Datenmigration, MySQL, eXtended RSS und könnte uns helfen? Freundliche Hinweise über Kontakt

Alles andere, Impressum etc auf Thing Frankfurt

Unterstütze uns mit:

© Thing Frankfurt Blog, seit 2002.