Siehst du den Mond über Soho

 Posted by: braan on Sunday, January 05, 2003 - 02:24
Abteilung für Musikerziehung mit Schleper / Malzacher am 07.01.2003 in der franKFUrter schule

Wenn ich heut nicht deinen leib berühre, Wird der faden meiner seele reissen Wie zu sehr gespannte sehne. Liebe zeichen seien trauerflöre Mir, der leidet, seit ich dir gehöre. Richte, ob mir solche qual gebühre, Kühlung sprenge mir, dem fieberheissen, Der ich wankend draussen lehne. (george) Du hast ein Herz aus Stein in Deiner Brust, und der drückt bergeschwer auf meinen Magen, und hätte ichs von Anfang an gewusst, was ich mir aufgeladen in den Tagen, als ich - der Kuckuck weiß vielleicht warum - hineingeraten bin in Deine Fänge, dann ginge ich jetzt nicht so stumm wie von dem Wirt, bei dem ich in der Kreide hänge. Wie kann man jemand, der mehr gab als nahm, so von sich weisen ohne Scham. Es standen manche Türen mir einst offen, man ging vorüber, blindlings, wie besoffen und nüchtern auf die eine, zugeschlossne, zu. Man hat geklopft und wurde eingelassen, man stand schon nach dem ersten Kuss auf Du und Du. Und jetzt muss ich mir einen Wanderstab verpassen und Mitleid suchen bei den Kettenhunden und wieder Anschluss bei den Vagabunden. Wie kann man jemand, der mehr gab als nahm, so von sich weisen ohne Scham. Gewiss ist, dass auch Dir dereinst aufs Haar der Winter schneit. Dann bist Du nicht mehr rar, dann werden Dir die Augen überlaufen und voller Falter Deine Wangen sein, nach irgendeinem aus dem großen Haufen, nach einem Buckel oder Humpelbein. Nur mich wirst Du dort nicht mehr finden, um mich noch einmal so zu schinden. Wie kann man jemand, der mehr gab als nahm, so von sich weisen ohne Scham. Ich werde allen reinen Wein einschenken, wie es bei Dir mir so erging, und jeder wird nicht anders denken, als es geschrieben steht in meinem Fingerring: Wie kann man jemand, der mehr gab als nahm, so von sich weisen ohne Scham. (villon / zech) An jenem Tag im blauen Mond September Still unter einem jungen Pflaumenbaum Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe In meinem Arm wie einen holden Traum. Und über uns im schönen Sommerhimmel War eine Wolke, die ich lange sah Sie war sehr weiß und ungeheuer oben Und als ich aufsah, war sie nimmer da. Seit jenem Tag sind viele, viele Monde Geschwommen still hinunter und vorbei Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen Und fragst du mich, was mit der Liebe sei? So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern. Und doch, gewiss, ich weiß schon, was du meinst Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst. Und auch den Kuss, ich hätt' ihn längst vergessen Wenn nicht die Wolke da gewesen wär Die weiß ich noch und werd ich immer wissen Sie war sehr weiß und kam von oben her. Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind Doch jene Wolke blühte nur Minuten Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind. Dein Haar hat Lieder, die ich liebe, und sanfte Abende am Meer - O glückte mir die Welt! O bliebe mein Tag nicht stets unselig leer! So kann ich nichts, als matt verlegen vertrösten oder wehe tun, und von den wundersamsten Wegen bleibt mir der Staub nur auf den Schuhn. Und meine Träume sind wie Diebe, und meine Freuden frieren sehr - dein Haar hat Lieder, die ich liebe, und sanfte Abende am Meer. (hermann-neisse) Es kommen härtere Tage. Die auf Widerruf gestundete Zeit wird sichtbar am Horizont. Bald mußt du den Schuh schnüren und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe. Denn die Eingeweide der Fische sind kalt geworden im Wind. Ärmlich brennt das Licht der Lupinen. Dein Blick spurt im Nebel: die auf Widerruf gestundete Zeit wird sichtbar am Horizont. Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand, er steigt um ihr wehendes Haar, er fällt ihr ins Wort, er befiehlt ihr zu schweigen, er findet sie sterblich und willig dem Abschied nach jeder Umarmung. Sieh dich nicht um. Schnür deinen Schuh. Jag die Hunde zurück. Wirf die Fische ins Meer. Lösch die Lupinen! Es kommen härtere Tage.

 

 

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Comments

Re: Siehst du den Mond über Soho
by stbeck on Jan 05, 2003 - 10:30
(User info | Send a Message) http://www.thing-frankfurt.de

Braan, der gute Gott von Mainhattan?


Drüben versinkt dem Malzacher die Schleper im Sand, er steigt um ihr wehendes Haar, er fällt ihr ins Wort, er befiehlt ihr zu schweigen, er findet sie sterblich und willig dem Abschied nach jeder Umarmung.

Schleper: "und, was ist mit der Liebe?"

Malzacher: "Ich kann mich nicht erinnern. Und doch, gewiss, ich weiß schon, was du meinst. Doch dein Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer. Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst. Und auch den Kuss, ich hätt' ihn längst vergessen. Wenn nicht die Wolke da gewesen wär. Die weiß ich noch und werd ich immer wissen Sie war sehr weiß und kam von oben her. "

Schleper: "Sieh dich nicht um. Schnür deinen Schuh. Jag die Hunde zurück. Wirf die Fische ins Meer. Lösch die Lupinen! Es kommen härtere Tage."



Re: Siehst du den Mond über Soho
by behrens on Jan 07, 2003 - 06:45
(User info | Send a Message)

"habe der hunde gehirne verschlugen. doch ihre gedanken blieben mir verborgen. wahrlich, haertere tage sind bereits angebrochen."



Wichtig
by Guest on Jan 09, 2003 - 07:34

Wg. Krankheit verschoben auf den ersten Dienstag im Februar!



Re: Siehst du den Mond über Soho
by braan on Jan 08, 2005 - 04:56
(User info | Send a Message)

welche hunde wind hier gemeint??