Spielverderber
Ich bin wahrscheinlich der Einzige, der Playing the City der Schirn Kunsthalle nicht gut findet. Dabei ist das Konzept durchaus richtig und nachvollziehbar. Mein Problem besteht darin, daß ich die Umsetzung ungenügend finde.
Es ist wirklich höchste Zeit, daß die Institutionen ihren angestammten Platz verlassen und vor Ort in den Stadtraum gehen. Aber bitte nicht nur für vier Wochen.
Alle Offspaces in Frankfurt arbeiten seit Jahren im öffentlichen Kontext und erschliessen einen "kollektiven, freien und gestaltbaren Raum", wie ihn die Schirn verspricht. Ihre Leistung wird nur nicht gewürdigt.
Polemisch betrachtet liesse sich feststellen, daß wieder einmal eine Institution ein Thema jahrelang ingnoriert hat, und sich dann mit einem Mal draufsetzt und zu ihrem eigenen macht.
Diejenigen, die sich über einen großen Zeitraum mit der Thematik einer Kunst im öffentlichen Raum in ihrer Stadt auseinandergesetzt haben, werden einfach ausgelassen. Noch nicht einmal ein Dankeschön bleibt für sie übrig.
Der Großteil, der an dem Projekt beteiligten Künstler, hat gar nichts mit Frankfurt zu tun, sondern wird nur eingeflogen für einen Moment. Es ist nicht zu verstehen, wie sie eine ernsthaft Auseinandersetzung mit dem Stadtraum bewerkstelligen können. Die Gefahr besteht, daß Kunst nur von anderswo hier appliziert wird und sowieso später wieder verschwindet.
Was not tut, ist ein langfristiges, dauerhaftes Engagement im städtischen Raum. Das damit aus der genauen Kenntnis der Situation vor Ort schöpfen und auf sie reagieren kann. Leider ist das von der Schirn nicht zu erwarten.
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Link zum Projekt: www.playingthecity.de
Aus anderer Perspektive zum Umbausalon #4: thing-frankfurt.de/content/2010/nachschrift-zum-umbausalon-4


