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Ein Fall von Einsicht

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Es gibt leider wenige Texte, in denen ein Galerist, eine Galeristin, so offen ihr Scheitern eingesteht, und die Gründe dafür darlegt, wie den folgenden.

Insofern sei daraus auszugsweise zitiert und kommentiert.

Diesen Text fand ich auf der bemerkenswerten Seite Scrollheim:


"Als Galeristin bin ich Teil in einer Maschinerie geworden, die äußerlich zwar bunt und lieblich erscheinen mag, aber an Monstrosität den größeren Konstruktionen, denen sie devot auch zu Diensten ist, in keiner Weise nachsteht. Die Galerie als Element des Kunstmarktes dient rein wirtschaftlichen Zwecken. Vermeintlich auch jenen wirtschaftlichen Zwecken, die das Überleben der zum Künstlersein Berufenen sichert. Das ist ein gut funktionierendes Alibi für eine Maschine, die fließbandartig marktorientierte Trivialästhetik und opportune Haltung produziert bzw. produzieren lässt, Trends vorgibt und bedient, die nichts anderem dienen als dass die Kontrolle der Kultur durch Ökonomie und Ideologie gewährleistet ist. Längst sind Kunstwerke zu spekulativen Wertpapieren degradiert worden und die Kunstwelt selbst ist nur mehr als Puffer- und Spekulationszone für Wirtschaft und Politik ein Funktionsteil. "


Ich muss sagen, da gibt es kaum etwas hinzuzufügen. Es sei denn, man denke an einige Invektive von Peter Weibel. (Galerie = Gefängnis)

Der ist allerdings immer den Galeristinnen hinterher gelaufen.

Schliesslich hat die Autorin die Weitsicht auch nach den Konsequenzen zu fragen:

"Gibt es einen Weg da heraus? Diese Maschine angreifen und sie vernichten könnte nur eine Form, die autark ist. Die sich jenseits von Abhängigkeiten und korrupten Verbandelungen mit lauter Stimme erhebt."

Frau Böttcher,
Ich glaube es gibt einen Weg hinaus. Wie laut die Stimme seiner Form allerdings daher kommt, hängt von denjenigen ab, die ihm folgen.

Immerhin haben Sie sich schon zu einem persönlichen Ende der Ausstellungskunst entschlossen. Und das ist gut so.

Quelle: http://www.scrollheim.de/Paula.html

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