Thing Frankfurt Blog / Artikel

normatives hören

09. May 2004 - 23:31

struktural aufgefasst: als zeichen, nicht als anweisung. die befehle finden sich auf den etiketten: 33, 45 oder 78. manchmal nimmt das unterbewusstsein ein gleiten wahr, einen schimmer hinter der musik, der sich experimentell ans licht bringen lässt.

bei frank zappa ist es eindeutig: das gitarrensolo wurde schneller eingespielt als der rest der musik. nur so konnte der solist jenen hohlen klang seiner gitarre erzeugen, der für ihn ebenso typisch ist wie die bereits bekannte praxis, allerlei gesangsspuren mit anderen geschwindigkeiten einzuspielen. ausprobiert werden sollte dies auf jeden fall auch mit den gitarrenspuren von brian may. bei miles davis' "man with the horn" besticht hingegen der bass durch einen besonders wuchtigen einsatz, der, in der richtigen geschwindikeit abgespielt, klar und präzise als typischer fender jazz-bass zum vorschein kommt. bei nicoletta und amanda lear lässt sich in den stimmen ein spiel der geschlechter verfolgen; der phallus tritt hervor, wenn sich das etikett von der musik ablöst. im falle von joy division mutiert nicht nur das genre, sondern stilistisch ist das ergebnis kaum zu unterscheiden von den späten hüsker dü.

das experiment mit der nicht-identischen spielgeschwindigkeit wurde heute anhand folgender muster durchgeführt:

33 statt 45:
nicoletta - la musique
amanda lear - follow me
lloyd cole - cut me down
rioji ikeda - ?
fisherspooner - l.a. song

45 statt 33:
frank zappa - yo mama
hildegard knef - er hiess nicht von oertzen
joy division - disorder
wings - venus and mars reprise
studio 54 - helter skelter
miles davis - back seat betty
radiohead - everything is ok
nina hagen & spliff - aufm friedhof
elvis presley - in the ghetto

http://musikerziehung.de

Ähnliche Artikel

---

4 Kommentare

Re: normatives hören

stbeck - 10. May 2004 - 14:14

Als online version gibts sowas von Cornelia Sollfrank unter:

-> http://artwarez.org/improvedTV/content/studio.html

Re: normatives hören

stbeck - 10. May 2004 - 14:55

Befehle auf den Etiketten ist gut.

Weiss aber jemand, woher die seltsamen Umdrehungsgeschwindigkeiten herkommen? 33, 45, 78 scheinen in keinerlei Beziehung zueindander zu stehen.

Wenn sich schonmal jemand gewundert hat, woher auf CDs die Samplingrate von 44.100 Hz herkommt, - aus der Zeit als man das erste digitale Audio auf umfunktionierten Videorekordern aufzeichnete:

Bei 50 Halbbildern pro Sekunde schrieb man je 3 samples in 294 Zeilen. 50 x 294 x 3 = 44.100

Re: normatives hören

19. May 2004 - 19:26

Nummerologisch ergibt sich folgendes:

33 --> alt, herb, geil

45 --> irr, cool, radial

78 --> gross, stur, allgemein

Also, 45 ist die beste geschwindigkeit!

Re: normatives hören

10. June 2004 - 13:07

was passiert bei helter skelter (umdrehungstechnisch)?


[07/2015] Wegen Serverwechsel können wir die Seite Thing Frankfurt Blog in der bisherigen Form leider nicht mehr weiterführen.

Zur Zeit sind nur ausgewählte Artikel verfügbar.

Wir wollen zu Wordpress wechseln. Wer kennt sich aus mit Datenmigration, MySQL, eXtended RSS und könnte uns helfen? Freundliche Hinweise über Kontakt

Alles andere, Impressum etc auf Thing Frankfurt

Unterstütze uns mit:

© Thing Frankfurt Blog, seit 2002.