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SHIROI HIKARI - Countdown zum Weissabgleich

19. March 2004 - 20:48

Anläßlich der Luminale 2004 präsentiert die GOTO GalerieBar vom 17. bis zum 22. April drei miteinander korrespondierende Projekte zum Thema "SHIROI HIKARI - Countdown zum Weissabgleich".

Die japanische Version vom Zen beschäftigt sich neben der Teezeremonie und dem Bogenschiessen mit dem Weg zu Natur und mit dem - möglichst bescheidenen - Weg zur Erleuchtung. Der Weg ist das eigentliche Ziel. In einer sehr freien Interpretation dieses Weges zur Erleuchtung arbeitet "SHIROI HIKARI - Countdown zum Weissabgleich" mit dem weissen Licht und dem Weg durch die physischen Eigenschaften dieses Lichts.

Für den ersten Projektabschnitt installiert blinc°network for audiovisual arts & interfaces" im GOTO eine grossformatige Projektionsfläche, die den Hauptraum teilt. In jeder Hälfte des Raums steht ein Pult, jeweils mit Projektor und Video-Mischpult ausgestattet. Filmschaffende, Lichtkünstler und VJ´s (kurz für Videojockeys, vergl. DJ) werden zur Veranstaltungsreihe "Countdown zum Weissabgleich" eingeladen, die raumteilende Membran jeweils von einer Seite mit abstrakten Entwürfen zum Thema "Lichtspektrum" live zu bespielen. Die bewusst herbeigeführten oder zufälligen Überblendungen zum SHIROI HIKARI sollen die Licht- und Videokünstler gegenseitig inspirieren und zu immer gewagteren Manövern an den Lichtmischpulten provozieren, sodaß im intuitiven Agieren, im Lichtmix um des Lichtmix wegen wieder eine authentische Qualität des Zen entstehen kann.

Der zweite Teil verbindet den Innenraum des GOTO mit der Aussenansicht des unbewohnten Gebäudes Weserstrasse 14. Auf Grundlage J.P. Sartres "Geschlossene Gesellschaft" erarbeiten Tai Elshorst, Jan Imberi (beide Regie), Artur Wieloch (Kamera), Anna Dischkov (Licht/Ausstattung), Nina Hecklau, Pirrko Cremer, Pierre Van Kerckevoorde (Darsteller) einen Film - in und für die Räume des Gebäudes insziniert und gedreht. In den oberen Stockwerken des Gebäudes wird der Film projeziert, im GOTO als live vertonter Stummfilm vorgeführt. Das Zimmer der "Geschlossene Gesellschaft nach Sartre" bleibt vom 18. bis zum 22. April eingeleuchtet. Eine Inszinierung, die Einblicke in eine wundersame Welt aus Licht und Schatten erlaubt und das Thema des SHIROI HIKARI durch effektvolle Beleuchtung der Fassadenfenster und gezielte Projektionen von innen nach aussen trägt.

Der dritte Block zu SHIROI HIKARI beschäftigt sich in textlich poetisch konkreter Form mit Licht und Dunkelheit. "Licht verursacht Tag" ist ein Projekt gegen die "Dominanz der Helligkeit" von Mariko Neumeister und Dirk Schönfeld Was ist so schlimm an der Dunkelheit, dass man das Licht so wichtig nimmt? So wichtig, dass es Messehallen füllt und eine ganze Stadt als Ausstellungsfläche bekommt? Nie gestellte Fragen, die aber beantwortet werden.

Mariko Neumeister und Dirk Schönfeld geben Antworten, die geschriebene Momentaufnahmen der Begegnung mit Dunkelheit sind. Texte, die sachlich, lustvoll, romantisch, heiter oder verstörend vom Zusammentreffen zwischen 'Licht', 'Mensch' und 'kein Licht' handeln. Wobei 'kein Licht' nicht bedeutet, dass man nichts sieht. Im Gegenteil. Nachzulesen auf Wandtafeln, die durch ihre serielle Hängung an den Wänden der GOTO Galeriebar jeden einzelnen Text herausheben und gleichzeitig die immer wiederkehrende Dramatik von fehlender Dunkelheit verdeutlichen. Konsequenterweise verzichtet diese Luminale-Projekt auf eine eigene, spezielle Beleuchtung und bildet so einen visuellen Kontrast zum SHIROI HIKARI. Keine Lichtinszenierung also, sondern eine Lichtinfragestellung, die einen Kontrapunkt bilden will. Der Vernissage-Abend findet am 17. April, die Abschlußveranstaltung findet am 22. April statt.Während der Luminale lädt das GOTO mittags zwischen 12.00 und 15.00 Uhr zu japanischen Mittagssnacks (kein Sushi!) ein. Das Rahmenprogramm beginnt jeden Abend um 20.15h.

http://shiroi-hikari.de

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1 Kommentar

Re: SHIROI HIKARI - Countdown zum Weissabgleich

stbeck - 18. April 2004 - 22:23

vielleicht lags daran, dass ich gestern zur auftaktveranstaltung von "shiroi
hikari" im GOTO realtiv spät kam, aber die angelegenheit machte einen
konzeptlosen eindruck auf mich.
Zu den locker flockigen latino rhythmen von Peter Weiss (die allweil bekannt
sind), gabs zwei projektionen, die sich auf einer leinwand trafen. Das
bildmaterial, filmausschnitte und einige abstrkte muster, schien mir recht
beliebig. Wobei zu fragen wäre, was denn eigentlich das thema gewesen wäre,
shiroi hikari, weisses licht, ein paar gedanken zu erleuchtung und zen, -
nun, da kann fast alles passen.
Mal sehn, wies die tage so weiter geht....


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