Von: kuni
Datum: Do 25, Jan 2001 23:30
Betreff: o gunstkalender : re/view o
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um das praedikat "zitat des tages" ringen am heutigen
donnerstag, 25. 01. 2001 die beiden folgenden
vielversprechenden kandidaten:
(1)
"let us even forget the word structure..."
hedwig fijen, secr. gen manifesta & frankfuter manifesta-beirat
...
die zusammen mit unserem kulturdezernenten dr. hans-bernhard
nordhoff, dr. klaus klemp/kulturamt ffm,
nicolaus schafhausen/fkv & frankfurter manifesta-beirat,
henry meyric hughes/praesident d. manifesta boards,
martin fritz/generalkoordinator manifesta 4 und
dieter buroch/mousonturm & geschaeftsfuehrer manifesta 4,
auf der ersten pressekonferenz zur manifesta 4 im
frankfurter kunstverein basiskonzept &, sic!, struktur der
manifesta-organiation vorstellte.
erwaehnenswert nebenbei vielleicht noch, dass
herrn dr. nordhoff rede von einigen originellen
interpretationen fremdsprachiger worte und orte
v.a. dadurch auffiel, dass die ersten wie die letzten frei
gesprochenen saetze der ansonsten verlesenen ansprache dem
vertrag zwischen der stadt frankfurt und der manifesta
gewidmet waren - in dem wiederum der betrag genannt ist,
den die stadt fuer die manifesta auszugeben sich offenbar
verpflichtet hat naemlich 1,3 millionen euro. was so viel
nicht ist fuer eine biennale, aber trotzdem sicherlich nicht
zweimal ausgegeben werden kann (ansonsten ist die vorliebe
unseres kulturdezernenten fuer vertraege natuerlich
allgemein bekannt).
(2) "wie sie sehen, ist rosemarie trockel neben neun kuenstlern
die einzige kuenstlerin, die wir eingeladen haben, an der
netter art collection mitzuwirken. wir haben sie beauftragt, den
band 'genitalorgane' zu gestalten..."
reinhard hauff, art director der netter art collection & galerist
in stuttgart
...
bei seiner einfuehrungsrede in der galerie voges&deisen, die
vom heutigen donnerstag an fuer drei tage als gastgeber
der o.g. netter art collection fungiert.
dabei handelt es sich um eine neuausgabe der ansonsten
unveraenderten ersten auflage der von frank netter (1906-1991)
illustrierten "farbatlanten der medizin" in neun baenden aus
dem stuttgarter thieme-verlag (das original hat in zeiten des
visible human in der tat einen hohen nostalgiewert),
nunmehr in einer schmuckausgabe im
schuber fuer nur dm 20.000,- (subskriptionspreis bis 31.1.,
danach DM 25.000,-). als bonbon gibt es eine graphikedition
und einen ergaenzungsband, der dieselbe dokumentiert.
trockel, ueber deren aktuellen
marktwert der in die werbebroschuere aufgenommene
kunstkompass der zeitschrift capital informiert (rang 4
im jahr 1999, in der tabelle extra blau markiert) und
acht anderen erwaehlten (fuer die es eine solche
kapitale rechtfertigung anscheinend nicht brauchte -
die namen von kuestlerrrn kursieren in der regel besser,
weshalb ich sie hier wohl nicht alle aufzaehlen muss)
wurden die themen der baende
als arbeitsaufgaben zugeteilt - dem einen das hirn,
dem anderen das nervensystem, einem dritten nieren
und harnwege usw., nummer neun fotografierte alle
beteiligten und ein totes kleinkind.
erwaehnenswert nebenbei an der ansprache hauffs ist
vielleicht noch sein netter freudscher versprecher.
anstelle des kleinkind, auf das ruehrungsheischend
verwiesen werden sollte,
rutschte dem redner doch glatt 'kleingeld' heraus,
was natuerlich noch viel ruehrender ist.
ansonsten fehlt uns letzteres leider, um den schoenen
schuber erwerben zu koennen. und band 3, genitalorgane,
gibt's sowieso nicht solo.
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