Subject: o GUNSTkalender : mit GUNST ins neue jahr, teil III/III o
miss.gunst
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posted on 31.12. 2001 at 19:53
Von: miss.gunst@gmx.net
Datum: Mo 31, Dez 2001 18:36
Betreff: o GUNSTkalender : mit GUNST ins neue jahr, teil III/III o
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o o o o o o o o gunstkalender o o o o o o o o o
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[fortsetzung von teil II - teil III/III und schluss]
... denjenigen, die im zuge des diesjaehrigen
winter-veranstaltungsmarathons noch keine zeit fuer eine fahrt
nach hamburg gefunden haben (obwohl die very cyberfeminist
international zweifellos _der_ anlass des jahres fuer eine
exkursion an die elbe gewesen ist - wer nachlesen moechte,
was er/sie verpasst hat: demnaechst unter http://www.obn.org
- achtung: wegen providerwechsels & umzugs auf einen neuen server
sind aktuell wieder nur die alten seiten im sehr alten outfit
online, *seufz* )
sollten eine ebensolche am besten noch bis mitte januar nachholen.
und zwar nicht nur, um die mccarty-ausstellung im
hamburger kunstverein mitzunehmen http://www.kunstverein.de
(ja, genau, ssw hatte sich seinerzeit rechtzeitig url gesichert,
auch wenn es fast bis zum ende seiner aera dauerte, bis die
entsprechende webseite online war).
sondern auch, um noch zeit fuer die schoene tillmanns-schau in den
deichtorhallen http://www.deichtorhallen.de
zu haben, wo es ausserdem noch elizabeth peyton solo &
in der gruppe (the) contemporary face(s) anzusehen gibt.
ja hm. die wirklich leckeren sachen finden natuerlich auch hier
eher jenseits des offiziellen ausstellungskalenders statt,
entsprechende hinweise dann vielleicht mal angelegentlich &
anlassgemaess im rahmen eines der naechsten GUNSTbriefe.
ueberhaupt wird miss.gunst langsam schon wieder etwas
fingerfaul, auch wenn man nicht nur dies, sondern auch jenseits
der landesgrenzen (und online sowieso) noch auf so einiges
hinweisen koennte.
(btw: a propos finger: ja, den gibt es auch noch, gerade ist
die neue ausgabe zum weniger winterlichen thema "wandern" heraus
- was sich jedoch zu allen jahreszeiten empfiehlt, ist ein
blick auf die fingerwebseiten, urlogischerweise unter http://www.fingerweb.org zu finden )
darum hurtighurtig endlich zu den naheliegende(re)n dingen.
kassel werden die meisten fuer 2002 sowieso als
exkursionsziel vorgemerkt haben, und der eine oder die andere
war vielleicht auch dieses jahr das eine oder andere mal
vorgucken. zum beispiel im spaetsommer, um im fridericianum http://www.fridericianum-kassel.de die eine oder andere
ausstellung
anzusehen - GUNST erinnert speziell an tamara grcics
merianpreisausstellung (und gratuliert an dieser
stelle hague zum einheimsen der ehre 2001 ;-)),
german leitkultur oder looking at you.
oder eben jetzt im novemberdezember, um sich blick zurueck
nach vorn mit der ausstellung des
documenta-archivs http://www.documentaarchiv.de/ ,
einschliesslich zugehoerigem symposium und den podien im rahmen
des dokfests 2001 http://www.filmladen.de/dokfest
auf dem umweg ueber die aufarbeitung der d5
auf die kommende documenta http://www.documenta.de
vorzubereiten.
letzteres konnte und kann man nach miss.gunst
bescheidener persoenlicher meinung derzeit allerdings auch
noch (bis 27. 01.) und vielleicht sogar viel spannender
hierinfrankfurt= vor ort tun, naemlich mit einem besuch in der
new heimat im frankfurterkunstverein http://www.fkv.de
zumal die plattform im zweiten stock des hauses am
roemerberg etwas einfacher zu erreichen ist als st. lucia.
ganz so sensationell wie manche wohlmeinenden kollegen
kann ich den ansatz der ausstellung zwar auch wieder nicht
finden, insofern sich die ethnologie (die in diesem fall
kooperiert hat) schon seit einigen jahren auf diesem feld
tummelt. nichts desto weniger waren derartige vergleichende
perspektiven in und als ausstellung bislang wenn ueberhaupt,
dann in frankreich, den niederlanden oder USA zu sehen
-- also laendern, die sich schon laenger mit vergleichenden
(post?)colonial studies beschaeftigen.
andererseits wiederum, erstens: dass transfers (von einer
kultur zur anderen, von einem kulturellen feld zum anderen)
anders als es hegemoniale diskurse gerne behaupten, meistens
in beide richtungen funktionieren, haben in den dreissigern
schon die surrealisten zu zeigen versucht (allerdings, klar,
ideologisch etwas anders gelagert, denn damals stand
noch so etwas wie imagination auf der agenda; und unterm strich
standen selbstredend auch die breton-boys in bester
kunstkolonialistischer tradition vornehmlich auf der
eitlen nehmerseite).
und, zweitens: der naechste wichtige schritt nach dem aufzeigen
waere dann natuerlich auch, wieder bzw. noch einmal genauer
nach den differenzen zu fragen, nach den unterschiedlichen
kosten und profiten und so weiter. mindestens dies fehlt mir
ein bisschen in der frankfurter schau.
war aber wohl auch nicht so gewollt bzw. ist eben der
preis fuer das im fkv bevorzugte prinzip des
offenenen displays, das ja auch seine qualitaeten
hat -- beispielsweise gegenueber kuratorisch aufgebauschter
gutmenschendidaktik oder aufgesetztem agitprop,
der im kunstkontext doch sehr schnell peinlich wird.
wie auch immer: unterm strich in jedem fall nicht nur aus
lokalpatriotischer perspektive eine der wirklich sehenswerten
ausstellungen vor ort, sondern eine der interessanteren dieses
ausstellungsjahres insgesamt und rundumgeschaut.
auch wenn miss.gunst persoenlich (also wenn ich schon mal
dabei bin mit dem kritteln, kann ich's doch nicht ganz lassen)
_diese_ ausstellung - auch und gerade _als_ vom kunstverein
mit konzipierte und ausgerichtete - noch viel lieber in einem
voelkerkunde-museum gesehen hätte. denn das spannende an diesem
ansatz ist oder - weil eben doch eher angedeutet als
wirklich ausgesprochen - waere es letztlich gewesen,
den ethnologischen blick erst recht mal an die dinge anzulegen,
die sich insgeheim eben doch gerne als intellektuell und/oder
aesthetisch hoeherstehende artefakte verstehen
und als high art auf den westlichen kunstmarkt werfen.
das zu tun, bleibt im absichernden koordinatensystem eines
kunstraums letztlich vielleicht doch allzu sehr
(geschmacks-)sache der betrachterInnen...
ansonsten, last but not least und als guter rat
zum schluss: viel zeit mitbringen und/oder
mehrmals wiederkommen, weil sich das allein fuer
harun farocki http://www.farocki-film.de/
im erdgeschoss lohnt.
so. jetzt reichts aber auch wirklich erst einmal wieder
mit GUNST und miss.gunst.
alles weitere dann im naechsten jahr bzw.
den naechsten GUNSTbriefen, derer ich mich ja gerne
wieder haeufiger bemuessigen werde bzw. wuerde
-- wenn ich denn genug musse dazu finde bzw. faende. mal sehen.
genug GUNSTwertes, auf das hinzuweisen bzw.
das es (miss.)guenstig zu kommentieren lohnt, wird es
jedenfalls auch vor ort mit an sicherheit grenzender
wahrscheinlichkeit reichlich geben;
unter anderem auch im umfeld der
manifesta http://www.manifesta.de ,
die beispielsweise ab januar schon mal mit einer
vortragsreihe in & in zusammenarbeit mit der
staedelschule http://www.staedelschule vorkosten laesst
(ziemlich regelmaessig freitags 19 uhr, alle termine
auf den manifesta-seiten unter: programm).
und jetzt wollen wir erst einmal alle
gut rutschen und hernach gut auschlafen
um auch im neuen jahr wieder gefasst
mit GUNST, um GUNST und um GUNST herum
leben & arbeiten zu koennen. oder?
bis dahin verabschiedet sich:
miss.gunst
mailto:miss.gunst@gmx.net
ps.st - persoenliche gunstneujahrsgruesse unter http://www.kuni.org/v/2002
(gunst hier ausnahmsweise mal dezidiert mit _g_ geschrieben!)
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