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Subject: o GUNSTkalender : picto, plasma & parreno o


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Posts: 28
Registered: 30.7. 2002
Status: Offline

posted on 28.1. 2002 at 22:53
Von: miss.gunst@gmx.net
Datum: Mo 28, Jan 2002 22:54
Betreff: o GUNSTkalender : picto, plasma & parreno o



o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
o o o o o o o o gunstkalender o o o o o o o o o
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o

miss.gunst gibt zu: es war nicht wirklich nett, den
letzten GUNSTkalender als kreuzung aus ministeckspiel
und schuettelreim zu servieren. abgesehen von
der unfreiwilligen mikropolitologopoesie, die ansonsten
ebenso absichts- wie kunstvoll aber harmlos
gewaehlte ausstellungs- und vortragstitel entwickeln koennen,
wenn sie mit ihresgleichen durcheinandergebracht werden,
liegt mir natuerlich nichts ferner, als frankfurter
kulturfreundInnen auf die falsche eroeffnung oder den
falschen vortrag am richtigen ort oder umgekehrt zu
schicken. obwohl, wie es weiland schon in der
frankfurtere schule hiess: es gibt kein richtiges
leben im falschen. und die einzige wahlmoeglichkeit,
die auch bei richtiger kombination nicht wirklich richtig
gewesen waere (weil es fuer zeichnungen aus dem o.m. theater
nun wirklich nicht die fahrradhalle brauchen sollte, oder?),
fiel eh aus und damit flach. also konnte man an diesem
freitag abend gar nichts falsch machen. ausser falsch singen
natuerlich.

auch wenn freundInnen der musik traditionell eher
fuer gute menschen gehalten werden (wo man singt usw.)
- wohingegen man eher von schlechten menschen mutmasst,
dass sie an den ort ihrer abscheulichen taten
zurueckkehren -, gibt es am morgigen

o dienstag, 29. 01. 2002 o

einen guten grund auch fuer gute menschen
(oder solche, die sich dafuer halten moegen, zb
weil sie gerne karaoke singen), schon wieder
in den frankfurterkunstverein
http://www.fkv.de
einzukehren, weil dort naemlich um 19.30 uhr
susanne gaensheimer ueber
"'...fading in, fading out, fading away ...'
olaf nicolais diskurs ueber die bedeutung von
bildern in einer zeit der oberflaechenphaenomene"
spricht.
an olaf nicolai, der zwar hauptberuflich bildender
kuenstler ist, aber - vielleicht eher obwohl als
weil er ein studium der literaturwissenschaften hinter
sich gebracht hat - auch gute texte schreibt, wird
sich der eine oder die andere moeglicherweise noch
vom fkv-symposium 'neue kunstkritik' (1999) her erinnern.
war einer der besten vortraege damals.
susanne gaensheimer wiederum ist mittlerweile kuratorin
am muenchener lenbachhaus
http://www.lenbachhaus.de/
zuvor war sie jedoch leiterin des westfaelischen
kunstvereins in muenster
http://www.westfaelischer-kunstverein.de/
wo sie zum jahreswechsel 2000/2001 eine
ausstellung mit ebendem titel, den jetzt ihr
vortrag traegt, kuratiert hat.
da selbige ausstellung ihrerzeit ein durchaus lohnendes
exkursionsziel war, duerfte der dienstagsvortrag der
kuratorin wohl wenigstens
die paar schritte in den fuer frankfurterInnen etwas naeher
gelegenen fkv lohnen, denke ich.

testen, ob es schmecken koennte, moegen die geneigten
GUNSTkalenderleserInnen ggf. anhand des reichhaltigen
archivmaterials, das der westfaelische kunstverein zur
ausstellung noch immer online bereithaelt,
und zwar hier:
http://www.westfaelischer-kunstverein.de/archiv/2000/ausste llungen/nicolai/index
.html
diese ellenendlange url ist in der mail
wahrscheinlich mindestens einmal umgebrochen und muss ggf.
per hand in die browserzeile kopiert werden, was hilfts
- dafuer gibts zur belohnung u.a. zugang zu den scripts
der vortragsreihe, die olaf nicolai damals anlaesslich
seiner ausstellung nach muenster hatte einladen lassen.

denjenigen, die des lesens in kunstvereinsarchiven
unlustig sind, moechte ich wenigstens einen meiner
lieblingsbilderbogenlinks weiterreichen, dessen
entdeckung ich ebendieser nicolai-ausstellung
verdanke, naemlich:
http://www.pictoplasma.com/
*forever sweet* undtrotzdemallesanderealsdumm.
was will man mehr.

will man was mehr?
nunja, vielleicht noch einen
zweiten GUNSTkalendereintrag fuer diese woche.
na, ratet mal. bequemerweise empfiehlt
miss.gunst da das naheliegendste,
naemlich - *ueberraschung* - am

o freitag, den 01. 02. 2002 o

ab 20 uhr der eroeffnung der
philippe parreno-ausstellung im
portikus
http://www.portikus.de
beizuwohnen.
ein echter fall von immerhin. heisst:
man kann sich zwar berechtigt fragen,
warum es bei manchen kuenstlerInnen
gute zehn jahre dauert, waehrend derer
sie die republik rauf und runter touren,
bis endlich auch mal eine einladung
in das gallische dorf am main an sie ergeht.
(naja, zugegeben: ganz so arg ist es in diesem
fall dann doch nicht, denn - wiederum immerhin -
war parreno ja letztes jahr,
aber eben doch auch erst letztes jahr, mit
einer - ebenfalls eigentlich schon sattsam
bekannten - arbeit in der neuen welt im fkv
vertreten gewesen).
soll summa summarum heissen: wir
koennen uns natuerlich freuen, dass der
portikus jetzt endlich usw. aber trotzdem.
nichts fuer ungut. *seufz*
treue GUNSTkalenderleserInnen wissen, dass miss.gunst
wirklich mit einer nachgerade ungesunden portion
heimatliebe und lokalpatriotismus ausgestattet ist,
eine tiefe zuneigung zu den hiesigen inseln
der zeitgenoessischen kunstvermittlung eingeschlossen.
aber manchmal weht mich doch eine tiefe melancholie
an, wenn ich darueber nachdenke, was wir hier
alles nicht zu sehen bekommen, weshalb dann doch
wieder jedes zweite wochenende andernorts verbracht werden
will (was natuerlich per se nicht zu verachten ist,
wenn man aber ohnehin berufspendelt, leicht zu
unerwuenschten entfremdungserscheinungen fuehren kann).

na, und da wir gerade beim thema: "was-hat-SIE
(zb berlin), was-ich (zb frankfurt)-nicht-habe?"
sind: wenns denn nur die neue mitte waere.
aber die haben wir hier ja auch, ob wir wollen
oder nicht. was wir aber leider (noch) nicht
haben, aber berlin hat:
den ANBAU neue mitte
http://www.anbauneuemitte.de/

um die schlaufe, mit der dieser GUNSTkalender
begonnen wurde, mit einer variation zu schliessen:
es gibt nur falsches leben im falschen.
meint auch der anbau neue mitte - und fragt danach,
obs nicht vielleicht doch ein bisschen richtiger geht.

sollte es denn? wieviel richtiger haetten wir's
denn gern?
wenn schon denn schon gleich richtig richtig?
fragt sich und euch
miss.gunst
mailto:miss.gunst@gmx.net
die im stillen fuerchtet, das sich 'das gesetz'
(von kafka zu foucault zu butler and back again,
fundis duerfen ueber los schily gehen, wenn sie versprechen,
keinen anspruch auf euro 2000 zu erheben)
auf diese weise nicht wirklich austricksen laesst.
weder im richtigen noch im falschen leben.
was wahrscheinlich weniger am leben liegt,
als an ebendem: dem falschen und dem richtigen.
oder?

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