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Subject: o GUNSTkalender : freitag, der fuenfzehnte o


Moderator



 

Posts: 28
Registered: 30.7. 2002
Status: Offline

posted on 15.2. 2002 at 03:24
Von: miss.gunst@gmx.net
Datum: Fr 15, Feb 2002 2:18
Betreff: o GUNSTkalender : freitag, der fuenfzehnte o



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o o o o o o o o gunstkalender o o o o o o o o o
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mea culpa. mea maxima culpa. haette miss.gunst vierundzwanzig
oder auch nur zwoelf schnoede stunden frueher zeit gefunden,
diese zeilen zu schreiben, waere zu allererst selbstredend ein
hinweis auf rosi braidottis vortrag heute abend im uniturm
faelling gewesen. der war wirklich klasse. ok, zu spaet.
so bleibt mir nur noch, euch braidottis aktuelles buch
ans herz zu legen (metamorphoses. towards a materialist theory
of becoming, oxford: polity, 2001, naeheres unter
http://www.let.uu.nl/~Rosi.Braidotti/personal/Braidotti-fly er.htm )
oder einen blick auf ihre webseiten bei der uni utrecht
zu empfehlen, wo es unter
http://www.let.uu.nl/~Rosi.Braidotti/personal/articles.html
auch ein paar aeltere aufsaetze aus dem umfeld von nomadic
subjects online gibt. nun, und wer morgen 10-17.30 uhr
zeit hat, kann versuchen, sich noch in ihren workshop
reinzuschmuggeln (uni-turm raum 238, eigentlich nur auf
voranmeldung - aber wo ein wille ist, findet sich ja
meistens auch ein weg...)

im uebrigen: fuer alle diejenigen, die auf andere thrills als
feministische theorie stehen, waere vielleicht der uniturm
auch sonst mal einen abstecher wert. will sagen,
allein schon aus historischen gruenden solle man dort
vorbeizuschauen, so lange das ding noch steht.
es wird gemunkelt, in den fluren & aufzuegen habe
stan kubrick urspruenglich seinen beruehmten film
shining drehen wollen (rrredrrrum, rrredrrrum). dann
kam aber wieder so ein bloeder studi-streik dazwischen,
und stan samt team stiegen unverrichteter dinge in den
flieger. schade eigentlich.

womit wir wiederum beim thema architektur & horror waeren,
auf das spaeter noch mal ausfuehrlicher zu sprechen
kommen sein wird.
erst einmal jedoch zu den kleinen leckereien, die uns
freitag, der fuenzehnte in reicher fuelle
zu bieten hat.

erstens & wichtigstens, weil eigenwerbung:
von 14-15 uhr auf radioX 101.4 stereo/99.85 kabel
GUNSTradio spezial zum thema
"schein-, wirk- und blindwiderstand"

die frequenz f gibt an, wie oft sich ein periodischer
vorgang pro sekunde wiederholt. GUNST fragt nach,
wieviele lesarten dieser satz gestattet, wenn man
aus dem f eine austellung macht
- wie beispielsweise diejenige, die seit
gut einer woche ihre schwingungen aus der schirn kunsthalle
http://www.schirn.de sendet.
und zwar unter anderem beim kurator der ausstellung,
jesper n. joergensen, der sehr wahrscheinlich auch
unser gast sein wird.

ansonsten wirds im rahmen der GUNSTsendung
wohl auch noch eine kleine preview auf die ausstellung
non-places im frankfurter kunstverein
http://www.fkv.de
geben, die ihre offizielle eroeffnung
dann abends ab 19.30 uhr feiert.

freundInnen des vorgetragenen wortes
koennen sich als vorspeise noch den vortrag von
lionel bovier goennen
(zu: curatorial methods, artistic
practices and relative independence, was immer gut
klingt, oder etwa nicht?),
und zwar um 19 uhr in der aula der staedelschule
http://www.staedelschule.de , im rahmen
der manifesta-vortragsreihe http://www.manifesta.de .

und wer es weniger wortreich mag, kann seine
leiblichkeit ab 18 uhr durch heiner blums schleifen
schleifen (im schauspielhaus, organisiert allerdings von
bill forsythe, weshalb das miss.gunst persoenlich
irgendwie an manfred stumpfs frankfurterkreuz-kreuz
erinnernde schleifenschleifenlogo auch auf den webseiten
des ballett ffm unter
http://www.ballett-frankfurt.de/schleifen.html
abzurufen ist,
nebst allen wissenswerten weiteren informationen).

und als nachspeise stehen entweder oder und
die fkv vs. nordisk-party (panalpina-hh,
carl benz strr. 21/ ecke adam opel str., ab 23 uhr)
bzw. der neue spielplatz m9 (goldfinger,
muenchener str., wo wiederum zu frequenzen passend
carsten nicolai & frank bretschneider auflegen,
ab 22 uhr) zur auswahl.

was uns (f wie frequenzen, aber auch wie
fehler) wie versprochen am ende noch einmal
zum einleitend angeschnittenen thema horror & architektur
zurueckbringt, naemlich zur schirn.

die hat nun anlaesslich ihres direktorenwechsels auch
am image zu basteln versucht und sich von der unter freundInnen
der schonen GUeNSTe nicht so ganz unbekannten agentur
standard rad http://www.standardrad.de
eine neue CI entwerfen lassen, ein architekturbuero
mit der neugestaltung des foyers beauftragt, und und und.
und was sagt unser tt-ffm-kollege stefan beck dazu? horror:

"Neue Eingangshalle der Schirn Kunsthalle komplett abreissen.
War eben dort, um flyer abzulegen; mich traf fast der schlag.
Eine vollkommen unterkuehlte lobby, riesige weiss hinterleuchtete panele
auf
denen in grossbuchstaben "KASSE", "GARDEROBE", "BUCHHANDLUNG",
"MUSIKSCHULE"
stehen. [...] Direkt im eingang zwei ca. A1 grosse LCD displays, auf
denen ebenfalls in grossbuchstaben das laufende programm abgebildet
ist."

lieber stefan, das hast du einfach falsch verstanden. was auf
den ersten blick, zugegeben, wirken mag wie eine unglueckliche
uebertragung des erfolgsmodells der auflagenstaerksten deutschen
tageszeitung mit vier buchstaben (nein, nicht der 'zeit',
obwohl die vor einigen jahren ja auch die proportion
zwischen text und leerzeilen bzw. seitenraendern zuungunsten
des ersteren veraendert hat)
auf die eigentlich schon laengst in ihren letzten
zuegen dahinsiechende soveryfashionable surface culture
- ist doch ganz klar der ureigentliche ausdruck eines
herzergreifenden bemuehens um besucherbindung.

ob die frequenz der sneakertraegerInnen auch
nach den frequenzen erhalten bleibt, sei mal
dahingestellt - schon im eingangsbereich fuer eine
gelungene architektonische umsetzung des prinzips
"grossdruck-taschenbuch" zu sorgen,
signalisiert hingegen, dass hier - anders als an so vielen
anderen orten in dieser tief dauerpubertaeren gesellschaft
(historische hintergruende zu diesem thema nach wie vor
auf der darmstaedter mathildenhoehe
http://www.dielebensreform.de ) - nach wie vor
auch die aeltere generation herzlich willkommen ist.

und darueber freut sich
(zumal als taeglich alternde frueher oder
spaeter unmittelbar betroffen)
eure
miss.gunst
mailto:miss.gunst@gmx.net

ps:
oder hatte stefan doch recht, als er
- sich muehsam von seinem schrecken erholend -
mit blick auf das schirn-foyer abschliessend fragte:
"Vielleicht ist das einer dieser 'non-places'
von denen die kommende ausstellung im kunstverein
handeln wird?"???
moeglich waers ja, dass die schirn eigentlich schon
laengst dicht gemacht hat bzw. klammheimlich
vom kunstverein mitbespielt wird. wenn man sich
die kuenstlerInnenliste von frequenzen so ansieht,
bis hin zur ausstellungsarchitektur und zum
graphik design - kennt man ja so einiges bereits
von nebenan. grund zum gruebeln gibt das
durchaus her...

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