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Ausstellung SPURLOS - Brücke 66
14. January 2011
Dogan Dogan (Malerei) / 3 Rooosen singt seine Bilder (Performance)
Spurlos gehen diese Bilder an niemandem vorüber. Denn den Arbeiten des in Berlin lebenden Malers Dogan Dogan, die COMA in ihrer aktuellen Ausstellung zeigen, wohnt stets eine tiefe, beinahe spürbare Sehnsucht inne. Ihre intensive Erlebbarkeit rührt dabei von der malerischen Konzentration, vor allem aber von der Entscheidung für die Monochromie her, hat doch Dogan seine Palette für diese Werkgruppe ausschließlich auf den Farbton Weiß in all seinen Schattierungen reduziert.
Beunruhigt von den Auswirkungen, die etwa Kriege und der Klimawandel auf das Leben von Mensch, Tier und Landschaft haben, setzt der Maler solchen Endzeitszenarien symbolhaft die Nicht-Farbe Weiß entgegen; ein Farbton, in dem alle anderen Farben enthalten sind und der zugleich oft als Symbol für Reinheit, Wahrheit oder auch für ein Neugeborensein, einen kompletten Neuanfang verstanden wird.
So sind die Spuren, die diese Kunst legt und schließlich beim Betrachter hinterlässt, einerseits sehr subtil und gleichzeitig sehr eindringlich: etwa seine figurativen Bilder von Tieren, die vielerorts schon als ausgerottet gelten beziehungsweise vom Aussterben bedroht sind. Galoppierende weiße Wildpferde, rennende Wölfe oder kämpfende Raubkatzen einerseits, in sich ruhende Tiergestalten mit tiefernsten Gesichtern andererseits scheinen den Kontakt mit dem Betrachter zu suchen, blicken ihn mitunter unmittelbar an und künden zugleich von großer Reife und Weisheit. Wieder andere Motive, stets sehr zart und mal in hellerem, mal in dunklerem Weiß gemalt, entwerfen kontemplative Landschaften wie etwa Birkenwälder, die den Wunsch aufkommen lassen, in diese Natur einzutreten oder gar, mehr noch, mit ihr zu verschmelzen.
Dass dabei die Bildformate manchmal nahezu spurlos in die weiße Wand überzugehen scheinen, weckt beim Betrachter eine zusätzliche Ahnung von der Weite der abgebildeten Landschaften.
Auf eine ganz andere Spurensuche, doch ebenfalls auf weißer Leinwand, begibt sich der Performancekünstler 3 Rooosen (Hamburg). Der einzige Bildersänger der Welt besingt unbemalte schneeweiße Leinwände mit Bildmotiven wie Apokalyptische Blumenwiese, Der Mann, der seine Bilder aß oder Wandteller des Hungers. Melodien und Texte sind vom Künstler selbst verfasst und werden a capella gesungen. Auch hier geht es um das Hinterlassen von Spuren, um Imagination und nicht zuletzt um das Verhältnis von Kunst und Betrachter, denn das Publikum muss sich allein über Text und Gesang das nur in der Fantasie des Künstlers vorhandene Bild vergegenwärtigen. Die Performance thematisiert Visionen, das Künstlerleben und dessen Zukunft, Klischees und Kunstgeschichte sowie die Frage, was am Ende bleibt von alledem. Die Performance findet zur Ausstellungseröffnung am 14.01.2011 um 20 Uhr statt.
Ort
Brückenstraße 66, 60594 Frankfurt
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