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Basis - Vortrag Videokunst und YouTube

15. December 2010

»Watching and being watched. YouTube, Popkultur, Videokunst« - Vera Tollmann
Ein Vortrag zum ambivalenten Verhältnis von Videokunst und YouTube.



Mit YouTube ist das Ende der klassischen Popkultur gekommen. Millionen von Amateuren lassen eine Referenzkultur entstehen, die auf dem besten Wege ist die neue Popkultur der Zukunft zu werden. Diese neue Referenzkultur ist „arm“ : „arm“ an Bildqualität, Datenmenge und Abspielgröße.

Andy Warhol war der Erste, der in langen Einstellungen universelle Erfahrungen wie Essen, Schlafen oder Küssen filmte. Er ging kreativ um mit Langeweile, Intimität und Kommunikation. Wie er die Kamera einsetzte, machen es heute Millionen von Amateuren. So ist es auch nachvollziehbar, dass Warhol sich seinerzeit wie »Alice im Wunderland« vorkam. Die Technik ließ sich so leicht bedienen, dass er immer wieder betonte: Das kann jeder. Die Videokamera für zuhause oder den Urlaub ist schon lange auf dem Markt. Immer noch neu sind aber die Vertriebskanäle via YouTube. Wie bei vielen Amateuren heute war Warhols Ansatz damals »nur zu gucken, was in zwei Stunden so passiert«; wobei zwei Stunden der damaligen Zeit zehn Minuten auf YouTube entsprechen.

Wie gehen heute junge Videokünstler mit den Millionen von Videos um? Sie
rekapitulieren das Vorgefundene, ihre Arbeiten sind reich an visuellen und technologischen Referenzen, die das Netz hervorgebracht hat. Cory Arcangel etwa arbeitet trotz der Ununterscheidbarkeit von Kunst und Amateurclip in diesem Kontext: „Die Alltagskultur hat die Orte bevölkert, die sonst ausschließlich der Bereich der Kunst waren. Genau diese Verschiebung selbst ist es, die mich interessiert.“

Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage nach dem aktuellen Stand des bewegten Bildes und thematisiert die Auswirkungen, die Internetplattformen wie YouTube etc. auf die Videokunst hinsichtlich ihrer ästhetischen Formensprache, Produktion und Präsentation haben.

Vera Tollmann (*1976) hat Kulturwissenschaften studiert und arbeitet als
freie Kuratorin und Autorin in Berlin. Sie schreibt für verschiedene Tageszeitungen und Kunstzeitschriften, u.a. für „Springerin“, über zeitgenössische Kunst und Internetkultur. Von 2004 bis 2996 war sie Programmkoordinatorin für die „Transmediale“ Berlin. 2008 war sie an der Konzeption der Konferenz „Video Vortex - Artistic responses to YouTube“ in Amsterdam beteiligt.

Ort

Gutleutstrasse 8-12, 60329 Frankfurt

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