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FRANKFURTER HÖRSCHULE VI: Lob der Fälschung
09. April 2010
Lob der Fälschung
Mit Klaus Walter & Matthias Westerweller aka »Walter & Weller«
I fake it so real, I am beyond fake
Singt Courtney Love mit ihrer Band Hole in Doll Parts und formuliert damit die einzige haltbare Haltung zum Thema Fake und Authentizität in der Kunst: eine ambivalente, respektive: eine dialektische. Prompt werfen ihr (meist männliche) Kritiker vor, sie hätte sich ihre Songs von ihrem Mann schreiben lassen. Ein gewisser Kurt Cobain.
Der Hole-Song stammt aus dem Jahr 1994. Da liegt Helene Hegemann noch in den Windeln. Mit ihrem Roman Axolotl Roadkill hat Hegemann eine Debatte um Urheberrecht, Authentizität und Autorenschaft ausgelöst.
Da wird so manche Position rehabilitiert, die man längst auf dem Müllhaufen der Geschichte vermutet hatte.
Aber, lass uns nicht von Axolotl reden. Zeigen wir lieber, wie Erykah Badu 2010 in Dallas genau den Weg nachgeht, den John F.Kennedy 1963 im offenen Wagen nahm, bevor er erschossen wurde. Badu geht zu Fuss. Im Laufen legt sie nach und nach ihre Kleider ab. Als sie nackt ist wird sie erschossen. An der JFK-Stelle. Miss Black President? Und dabei zitiert sie Massive Attack.
Das Lob der Fälschung heute in der Frankfurter Hörschule.
Nachdichtungen, Samples, Coverversionen, Culturcides, Adaptionen, Kopien, Hommagen, Überschreibungen, Verballhornungen. Fälschungen.
Nothing is real. (The Beatles)
Ort
Willy-Brandt-Platz, 60311 Frankfurt
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