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mousonturm - "reel to real" 2009.4

07. June 2009

Family Affairs

ausgewählt und vorgestellt von Matthias Müller, Medienkünstler und Professor für experimentellen Film an der Kunsthochschule für Medien in Köln (KHM)

In diesen Filmen beschäftigen sich die AutorInnen - Studierende und AbsolventInnen der Kölner Kunsthochschule für Medien - mit dem, was der Filmemacher Mike Hoolboom eine „Verschwörung der Chromosomen“ nennt: dem eigenen familiären Hintergrund. Sie verhandeln das Nächstliegende – und das „beschränkt zwar den Radius, vertieft aber die Wahrnehmung“ (Karsten Witte).

Rosa Hannah Ziegler, Cigaretta mon Amour – Porträt meines Vaters, 6’30’’, 2006

Marianna Christofides, Staubpfade. Eine Topographie aus Scherben, 30’, 2009

Timothy Shearer, Trophy, 14'30'', 2005

Elizabeth Cortiñas Hidalgo, 2 or 3 things I knew about her, 13’, 2007
Gonzalo H. Rodríguez, Rebeca, 23’37’’, 2009 (Gewinner des deutschen Wettbewerbs, Kurzfilmtage Oberhausen 2009)


So unterschiedlich die jeweiligen Verhältnisse und emotionalen Bande, so vielfältig die Stilmittel und Tonfälle. Rosa Hannah Zieger kreiert in „Cigaretta mon Amour“ ein ebenso skizzenhaftes wie suggestives Porträt ihres kettenrauchenden Vaters. Anhand von Relikten aus dem Leben ihres verstorbenen Vaters, unter anderem einer großen Zahl von Tagebüchern, begibt sich Marianna Christofides auf die „Staubpfade“, die er hinterlassen hat. Timothy Shearers lakonisch-melancholischer „Trophy“ dokumentiert den Besuch des Sohnes bei seinem „#1 Dad“, dem ehemaligen Baptistenpfarrer einer Südstaaten-Gemeinde. „2 or 3 things I knew about her“ beschreibt die Künstlerin Elizabeth Cortiñas Hidalgo als ebenso prekären wie bruchstückhaften Versuch des Porträts ihrer kanarischen Mutter, für das ihr nur wenige verlässliche Details zur Verfügung standen. Im Verlauf ihrer filmischen Collage tauscht sie die vermeintliche Figur der Mutter immer wieder gegen andere Darstellerinnen aus gefundenen Amateurfilmen aus: Ein Porträt im Konjunktiv. Gonzalo H. Rodríguez schließlich kehrt für seinen Film „Rebeca“ nach Lima, dem Ort seiner Geburt, zurück. Hier nimmt er den lange zurückliegenden Unfalltod seiner Großmutter zum Anlass, die verbliebenen Mitglieder seiner Familie zu befragen. Was als Porträt der Familie begann, endet als intimes Selbstporträt.


Im Anschluß ist die Christallobar geöffnet.

Ort

Mousonturm, Waldschmidtstr. 4, 60316 Frankfurt

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