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Vernissage: Objektschau 6: Dienstbereit von Ol Fischer
16. May 2008
Gefallene Sterne und glückliche Streichhölzer
Farbe, Form, Finesse - in der Ausstellung Objektschau 6: Dienstbereit zeigt der Frankfurter Künstler Ol Fischer vom 16.51.6.2008 seine neuesten Werke. Das Besondere: Künstlerisch setzt er sich mit dem Kirchturm der Wartburggemeinde auseinander. Stufe um Stufe schraubt sich die eiserne Wendeltreppe des Bornheimer Baukörpers in die Höhe, Schicht um Schicht verarbeitet Ol Fischer in seinen Werken vorwiegend Wellpappe. Gemeinsam ist der Kunst und dem Gebäude das handwerklich Rohe, das Sichtbare der Spuren in Beton und Karton. Beide erscheinen streng und reduziert, länger betrachtet lassen sie Freiheit und Weite entstehen.
Wellpappe auf Wanderschaft
Seit Ol Fischers Ausstellung im Mousonturm 2007 hat er sein Werk um filigrane Streichholzarbeiten erweitert, die in ihrer Feinheit und Finesse an die Stickarbeiten aus einem anderen Jahrhundert erinnern. Was braucht Glück?, scheinen diese Kunstwerke zu fragen. Feste Form oder blutrote Farbspritzer im alltagsbeige der Masse? Neben diesen Arbeiten sind gefallene Sterne, kunstvolle Ornamente und farbenfrohe Kirchenfenster aus Pappe zu entdecken Perfektion im Detail steht dem Charme der gebrauchten Materialien gegenüber. Auch eine Dokumentation des Projektes Rapport, das Ol Fischer erstmals als Teil des Duos Kolb & Radermacher auf der Documenta 2007 in einer Guerilla-Aktion der Öffentlichkeit präsentierte, wird in der aktuellen Ausstellung zu sehen sein. Dabei wandern lose Wellpappeschichten in Hunderten von Fotos festgehalten durch fremdes Gebiet.
Der Künstler Ol Fischer
Ol Fischer, Jahrgang 1965, arbeitet seit Mitte der 90er Jahre vorwiegend mit gebrauchter Wellpappe. Fundorte: Hauseingänge, Keller, Hinterhöfe. Der gebürtige Frankfurter nutzt die Eigenschaften des Materials und legt seine Möglichkeiten frei: Transparenz, Stärke, die feste und zugleich leichte Struktur. Streng an der Beschaffenheit des Stoffs orientiert, wird er allenfalls geringfügig gepresst, geschnitten oder koloriert, in der Hauptsache aber geschichtet und gebaut. Über seine Ausstellung Ornament ist Verbrechen im Frankfurter Mousonturm schreibt die FAZ: Die mit dem Cutter aus Wellpappe geschnittenen Fragmente sind mal figürlich, variieren Blümchen, Herzchen und Totenköpfchen, mal rein abstrakt. Ihre plastische Wirkung jedoch ist jederzeit verblüffend.
Die Ausstellung im Kirchturm der Wartburggemeinde, Hartmann-Ibach-Straße 108, ist vom 16.5 1.6. täglich von 18-20 Uhr nach Absprache mit dem Pfarramt (Tel. 069-94592546) geöffnet.
Vernissage: Freitag, 16. Mai, 18.00 Uhr
Ort
Kirchturm der Wartburggemeinde, Hartmann-Ibach-Straße 108
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