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Club East : MILLE PLATEAUX und DISCO INC. präsentieren SEXpolitics Party

21. October 2005

MILLE PLATEAUX und DISCO INC. präsentieren SEXpolitics Party
Eine Veranstaltung zur Frankfurter Buchmesse in Kooperation mit Spielplatz Frankfurt

Am Freitag, dem 21.Oktober.2005 | Beginn 24.00 Uhr

Location:
Club East [htttp://www.clubeast.de]
Hanauer Landstraße 190
60314 Frankfurt - Ostend

Dj's:
Hans Nieswandt (Köln) | [http://www.hansnieswandt.de]
Paradroid (Mainz) | [http://www.paradroid.org]
Knigge (Berlin) | [http://www.crane-ak.de]

Live:
Secondo (London) | [http://www.dreck-records.com]

Im Anschluss an die Veranstaltung SEXpolitics in der Weißfrauen Diakoniekirche mit Lesungen, Konzert und Dj's:

Lesungen | Beginn 19.00 Uhr

Melissa P. (Fazi Editore/Rome)
Dahlia Schweitzer (Harper Collins/Maas Verlag/New York/Berlin)
Stephan Maus (Rowohlt/Dumont/Berlin)
Dietmar Dath (Suhrkamp/Verbrecher Verlag/Maas Verlag/Frankfurt am Main)

Dj's: Andreas Diefenbach & Michael Moos (reis*/Frankfurt am Main)

Elektronikkonzert mit Visuals | Beginn 24.00 Uhr
AM/PM (Dreck Records/London)


INFOS

Hans Nieswandt [http://www.hansnieswandt.de]

Kennern der Club- und House-Szene und eifrigen Spex-Lesern ist der Name ein fester Begriff: 1964 in Mannheim geboren und in der Ecke Oberschwaben-Bodensee aufgewachsen, fühlt sich der junge Hans schon in der Schule dazu berufen, auf den dortigen Partys das Kommando über die musikalische Beschallung der Mitschüler zu übernehmen. In gleichem Maße versucht er, die Diskurshoheit innerhalb der Musikseiten in der Schülerzeitung für sich zu gewinnen. Daneben tritt Hans Nieswandt als Mitherausgeber eines Fanzines in Erscheinung; das zukünftige Wirken als Autor nimmt bereits konkrete Formen an. Außerdem spielt er ständig in Bands, die Punk oder New Wave-Dancepop mit deutschem Gesang in ihrem Repertoire habten. 1983 schließlich ergattert Nieswandt zum ersten Mal einen bezahlten DJ-Job. Seine damaligen Sets im süddeutschen Irgendwo pendeln zwischen frühen Rapgeschichten und eben Dance sowie New Wave.

Nachdem er Mitte der achtziger Jahre eigentlich für ein Amerikanistik-Studium nach Hamburg umgezogen war, beendet Hans dieses kurzerhand wieder, um als Redakteur, verantwortlich für das Ressort Film, bei einem Hamburger Stadtmagazin anzuheuern. Daneben schreibt er als Freischaffender für verschiedene Publikationen wie den Stern, die Hamburger Morgenpost sowie für die Kölner Musikzeitschrift Spex. Im ungefähr gleichen Zeitraum kommt Hans mit der damals nachhaltig aufkommenden Welle elektronischer Tanzmusik – Acid-House, Garage- bzw. Deep-House – in Berührung. Neben Vocal-House seine neuen Leidenschaften. Was sich auch in seiner Sammlung sowie im Plattenkoffer bemerkbar macht. Hans Nieswandt entwickelt sich nach und nach zu einem respektierten DJ mit entsprechenden Mixkünsten und kann bis heute eine Vielzahl an Engagements um den ganzen Globus herum vorweisen.

1990 erhält er von der Spex das Angebot, als festes Mitglied in der Redaktion mitzuarbeiten. Der Job seiner Träume schlechthin. Es folgt der Umzug nach Köln. Dort etabliert Nieswandt mit seinem Partner Dirk Scheuring unter dem Alias Sirius Sound System die Veranstaltungsreihe "Alternative Clubbing" und treibt sich für kurze Zeit mit den Galeristen Christian Nagel und speziell Daniel Buchholz herum, bei deren Vernissagen er hinter den Plattentellern steht. Nach drei Jahren als Spex-Redakteur, mit der Kolumne "H-Muzik" als der Mann vor Ort, im Club, hängt er diesen Job an den Nagel, um sich fortan verstärkt seiner Tätigkeit als DJ und der Produktion eigener Musik widmen zu können. Das Schreiben gibt er aber nicht vollständig auf. Gelegentlich veröffentlichen Groove, taz oder Spex einen Artikel aus seiner Feder.

Zusammen mit Justus Köhnke und Eric D. Clark gründet Nieswandt Mitte der neunziger Jahre Whirlpool Productions, deren Alben zunächst bei Lado, später dann bei der WEA erscheinen. Mit dem Stück "From: Disco To: Disco" landen sie völlig unerwartet einen veritablen Nummer eins-Hit in den italienischen Charts. In Italien werden sie als Popstars herumgereicht, absolvieren Auftritte bizarren Ausmaßes. Doch der Spuk war schnell wieder vorbei. 2000 entschließt sich das Trio, ihr so genanntes Kunstprojekt vorerst ruhen zu lassen. Ein Jahr zuvor hatte Nieswandt bereits sein Debüt-Soloalbum "Lazer Muzik" veröffentlicht. Mit dem Segen des Goethe-Instituts reist er sozusagen als Kulturschaffender bzw. –botschafter u.a. nach Mexiko und Brasilien.

Eindrücke, die Nieswandt in seinem ersten Buch "Plus Minus Acht – DJ Tage DJ Nächte" (2002 bei KiWi erschienen) neben zahlreichen anderen Anekdoten aus dem Alltag eines DJs verarbeitet. Das Buch wird ein Erfolg, Nieswandt geht auf Tournee mit einem Programm aus Lesen plus Auflegen, und sein Werk wird nachträglich als Hörbuch nochmals aufgelegt. Seit 2003 stellt Nieswandt im Rahmen der Radiosendung Elektronische Melodien bei WDR 1Live Platten vor, und seit 2004 berät er das Goethe-Institut als musikalischer Beirat. Sozusagen als Krönung all dessen bringt Nieswandt im gleichen Jahr noch sein zweites Album "The True Sound Center" an den Start.

Text: www.laut.de


Paradroid [http://www.paradroid.org]

Der Loop im Funk

Trotz der gegenwärtigen Digitalitäts-Abstinenz schreckt Max Wendling nicht davor zurück, mit seinem Album eine Liebeserklärung auf alte Computerspielsounds abzuliefern. Ein Techno-Spät--Bekehrter, der, wenn die Musik rockt, lieber mal ein Bier trinken geht.

Ursprünglich als Album für Mille Plateaux geplant, startet Paradroids "Romanticism in Robotic Systems" nun das Anfang des Jahres aktivierte Nachfolge-Label "Plateaux Resistance" und legt die Messlatte für weitere Releases auch schon einmal richtig hoch. Grund genug, sich mit Paradroids alter Ego Max Wendling über digitale Soundwelten und Computer-Funk zu unterhalten.

Wer oder was steckt hinter Paradroid?

Der Name Paradroid ist an ein altes C64-Computerspiel angelehnt. Man steuert einen Roboter über verschiedene Plattformen und versucht, die gegnerischen Schurkenroboter entweder abzuschießen oder in einem “Tic Tac Toe”-ähnlichen Spielchen zu bezwingen, um den Feind danach selbst zu steuern. Als ich angefangen habe Musik zu produzieren, habe ich mich wie wild durch die Welt der Computerspielsounds gesampelt. Ich mag diese Naivität und den ganzen knisternden digitalen Dreck niedriger Bitraten.

Welche Art von Musik hat dich denn am meisten in deiner Arbeit beeinflußt?

Es sind eigentlich weniger bestimmte Releases oder einzelne Platten, die mich da beeinflusst hätten. In letzter Zeit habe ich viel elektroakustische Musik und musique concrète gehört, z.B. Bernard Parmegiani, Francis Dhomont oder Tod Dockstader. Diese Musik strotzt nur so von futuristischem Sounddesign! Oft geht es nur um den Klang einzelner freigestellter Geräusche oder Sounds, aber diese Musik erzeugt eine unglaubliche Spannung und hat stellenweise Hörspielcharakter. In meine Musik fließt hoffentlich so ziemlich alles mit ein, was ich an Musik in mich aufgesogen und lieb gewonnen habe. Bevor ich angefangen habe selbst Musik zu produzieren, habe ich schon einige Jahre Techno und Elektro aufgelegt. Das kam erst über Umwege, denn anfangs habe ich Techno verachtet. Das euphorische Gedudele von Trance, was hier im Rhein-Main Gebiet Anfang der 90er ganz groß war, habe ich nicht gemocht und in meiner kategorischen Ablehnung Techno gegenüber erst später gemerkt, dass es da ganz tolle Musik zu entdecken gibt. Nach den frühen Warp-Platten von LFO, Polygon Window oder Black Dog Productions bin ich erst Mitte der 90er von Detroit oder Chicago erfasst worden. Soundästhetisch am nachhaltigsten geprägt und geschädigt bin ich von meiner Jugendliebe zu Spielautomaten und dem guten alten C 64, die früher meiner Vorstellung von Außerirdischen, der Unendlichkeit des Weltraums und all diesen unerklärbaren Dingen auch akustisch Nahrung gegeben haben. In dieser unbeholfen knisternden Digitalität des MOS6581 oder anderen 8-Bit-Maschinen steckt für mich heute noch jede Menge nostalgische Sehnsucht danach, mehr über Dinge zu erfahren, die man nie begreifen oder sehen wird !

Paradroid – ein digitaler Nostalgiker?

Digitalität ist ja heute in Musik oft unerwünscht oder gilt als Makel. Für mich ist diese 8-Bit-Melancholie ein Stück gelebte Vergangenheit, die viele Erinnerungen zurückbringt und Emotionen auslöst. In gewisser Weise ist das für mich fast schon ein Stück Romantik innerhalb einer komplett artifiziellen Welt aus Einsen und Nullen. Der Titel des Albums erklärt sich aus diesem Zusammenhang, auch wenn mein Enthusiasmus diesbezüglich genauso viel Selbstironie und Lächerlichkeit beinhaltet. Denn mir ist klar, dass diese Art verklärender Liebeserklärung an die Technik auch gleichzeitig absurd und widersprüchlich ist. Dieser Widerspruch taucht ebenfalls in meiner Musik auf. Ich denke schon, dass meine Musik neben kühler Digitalität und Futurismus auch viel Wärme beinhaltet. Auf der einen Seite ist alles komplett durchprogrammiert und basiert teilweise auf Loopstrukturen, allerdings entsteht trotzdem der Eindruck, dass nichts bleibt wie es vorher war und sich alles kaleidoskopartig verschiebt, ähnlich wie z.B. beim Jazz, wenn Musiker improvisieren und ein Thema variieren. Improvisation zu programmieren ist eigentlich komplett widersinnig und unmöglich. Trotzdem gefällt mir der Gedanke etwas so zu programmieren und durchzuplanen, dass es spontan und lebendig klingt.

Beim ersten Hören habe ich sofort an Akufen gedacht, diese Art von Micro-Sampling und die verrrückte Art des Cut-and-Paste-Prozesses.

Parallelen sehe ich in erster Linie im Micro-Sampling selbst. Ich benutze auch eine Unmenge an kleinen Soundschnipseln, allerdings greife ich auf andere Samplequellen zurück. Bei mir sind es weniger Radiosamples oder Zitate aus der Popmusik, sondern eher künstliche und fast ausschließlich computergenerierte Soundquellen. Deswegen klingt die Musik trotz einiger technischer Parallelen auch ganz anders.

Eine andere Assoziation bei manchen Soundmustern führte mich in Richtung der Brighton-Schule, frühe Platten von Berkovi, Landstrumm, Vogel, die auch immer so eine Tendenz hatten, mit ihren Effekten und Tönen komplett aus dem Ruder zu laufen, und dabei trotzdem immer schön den Groove hielten. Liege ich da falsch?

Nein, da liegst du überhaupt nicht falsch. Neben Detroit, alten Warp-Platten und Rephlex waren Cristian Vogel, Neil Landstrumm oder Subhead meine absoluten Lieblinge! Dieser Funk, gepaart mit bleepiger Soundästhetik haben mich früher total begeistert. Auch die Unberechenbarkeit der Arrangements fand ich immer faszinierend. Das war damals auch beim Auflegen immer sehr lustig, teilweise habe ich fast nur Brighton, rohe Chicagotracks und alte "Like a Tim"-Platten aufgelegt. Das war schon ziemlicher Irrsinn, hat aber unglaublichen Spaß gemacht.

Deine Musik klingt durch und durch digital, robotisch und futuristisch. Und dennoch behält sie eine ganz eigene Art von Wärme und Funk. Versuchst du bewusst, diese Balance zu halten?

Wärme und Funk sind für mich sehr wichtig. Ich habe eine melancholische Grundstimmung, die auch in meine Musik einfließt. Ohne diese Melancholie würde meine Musik wahrscheinlich sehr kühl und emotionslos klingen und hätte mit mir als Mensch sehr wenig zu tun. Ohne Funk habe ich keine Lust zu tanzen. Ich war eigentlich nie der Rocktyp. Wenn Musik rockt, dann trinke ich lieber ein Bier! Funk fand ich schon immer gut und hat in mir seit ich denken kann starken Bewegungsdrang ausgelöst! Irgendwie hat mich Funkyness seit der Breakdance-Zeit Mitte der 80er begleitet. Später habe ich dann P-Funk entdeckt. Ich liebe diesen Humor und die unglaublich coolen Basslines! Manche Funk- oder Jazzplatten haben mich regelrecht weggeblasen, z.B. "On the Corner" von Miles Davis. Wie man einen derartig geilen Funk erzeugen kann, ist mir ein Rätsel!

Text von: Pat Kalt aus: De:Bug 92 Mai 2005


Knigge [http://www.crane-ak.de]

“Knigge“ das „K“ von „Crane a.k.“ seit 1993 an den Turntables bewegt sich in den Genres Deep House, Minimal House und Minimal Techno. Der Wahlberliner hat sich 1998 mit Michael Friedrich alias „a.Nov“ zusammengetan und gründete dann das DJ/Produzenten Team namens

Crane a.k. Knigge, der sich seit Ende der 80er Jahre mit elektronischer Musik befasst, transportiert seine DJ-Erfahrungen in dieTracks.

Seine Erfahrung die er in den bekannten Clubs von Deutschland und Europa gesammelt hat, und durch mehrere Produktionen garantieren immer wieder für brilliante dj sets und live gigs.


Secondo [http://www.dreck-records.com]

Secondo is swiss born electronic musician Radovan Scasascia, who lives and works
in London, trained as an architect at the ETH in Zürich. He has worked
as both free lance andemployed architect, before concentrating fully
on electronic music, which he hasbeen making since 1993. He founded
Dreck-Records with his long-time collabora-tor Laurent Benner in 2000
and has been releasing music under the names Secondoand AM/PM.

Departing from existing popular songs of various origins, Secondo
cuts his sourcematerial carefully into minute fragments in order to
compose entirely new pieces ofmusic – somehow maintainig the
atmosphere of the original, but shifting away from itstructurally and
rhythmically. Until now a cross-section of genres have been visited:
hip hop, disco, chanson and pop music.

Currently there are five double-track twelve inch records available
>>from Dreck-Re-cords (DRK02/03/04/06/09), all distributed by Kompakt.
Earlier works were publishedon the labels fi rst CD-Compilation
‘Dreck-Reala Compil’.London based ‘Soul Jazz Records’ has released
the twelve inch record ‘We Got ItLike That’ in 2004. Next to his own
releases, Secondo has remixed various artists onlabels like
Staubgold, LO Recordings and others. Radovan is currently working on
re-mixes for different artists and on new material to be released on
Dreck Records andon Soul Jazz Records.

Secondo has performed live at clubs all over the world, from Jacks in
London, Mutekin Chile, Blå in Oslo, to Lethargy in Zürich among many
other locations.

Discography

Secondo

The Night V4/Frk Dk (Dreck Records 009, 12”), June 2005
It’s Any Late Time/Discombabulate (Dreck Records 006, 12”), Aug 2004
We Got It Like That(Soul Jazz Records 9512, 12”), Sep 2004
It’s okay, I’ve overstood (Dreck Records 004, 12”), July 2003
You’re the One / Caramel (Dreck Records 003, 12”), May 2003
Watch What You’re Saying / Libertango(Dreck Records 002, 12”), March 2003
10 tracks on Dreck/Reala Compil. (Dreck Records 001, CD), Oct June 2000

Secondo Remixes

Kammerflimmer Kollektief - Unstet (Staubgold), Autumn 2005
Milky Globe - The Warp & the Woof (LO Recordings), Autumn 2005
DJ Ali - Change (Sugarcane Records), May 2005
Felix Da Housecat/Harrison Crump - With You (Nepenta), Feb 2005
Rizzo - Microglyven (Little Big Recordings 002), Nov 2004

Ort

Club East

»

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