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mousonturm - "reel to real"

18. April 2004

Film Sehen - Fern Sehen
Alexander Kluges Kurzfilme und Fernsehbeiträge

"Knappheit, Authentizität, Andockfähigkeit und Zusammenhang, die Tugenden
des Kurzfilms, dienen noch zu vielem anderen als zur Erneuerung des Films.
Sie sind vor allem glänzende Übersetzer zwischen den Medien. Insofern gibt
es ein Kino der Autoren, ein Fernsehen der Autoren und es gibt Bücher der
Autoren. Der Grenzverkehr dazwischen gehört für mich nach wie vor zu den
interessantesten Herausforderungen. Die kurzen Formate sind dabei das, was
der Schmuggler oder Grenzgänger im Alltag als kürzeste Verbindun
g braucht."
(Alexander Kluge)
Zu Gast: Christian Schulte, Literatur- und Medienwissenschaftler. Seit 2001
Mitarbeiter der DCTP/Entwicklungsgesellschaft für TV-Programme.
Buchveröffentlichungen u.a.: (Hg.) Die Schrift an der Wand. Alexander Kluge:
Rohstoffe und Materialien; Kluges Fernsehen. Alexander Kluges
Kulturmagazine.
Moderation: Kathrin Brinkmann und Marie-Hélène Gutberlet

Portrait einer Bewährung
Kurzfilm, BRD 1964, 16mm, s/w, 13'
Erzählt wird die ungewöhnliche Lebens- und Arbeitsbiogrraphie des ehemaligen
Polizeiwachtmeisters Karl Müller-Seegeberg, der sich nach eigener Aussage
unter 6 Regierungen bewährt hat.

Auf der Suche nach einer praktisch realistischen Haltung
Kurzfilm, BRD 1983, 16mm, 12 min.

Der Eiffelturm, King Kong und die weiße Frau
Fernsehbeitrag für "10 vor 11", RTL , 2.1.1989, 25'
Ein Musikfilm-Magazin bestehend aus 11 Stücken, hauptsächlich Walzer. Einige
davon handeln von der Überfahrt King Kongs von Afrika in die USA und von
japanischen U-Booten.

Die Welt als Festwiese
Fernsehbeitrag für Prime-Time/Spätausgabe, RTL, 18.9.1994, 15'
100 Jahre Fahrendes Gewerbe, Jahrmärkte, Volksbelustigung: Coney Island,
Lunapark Berlin, Weltausstellung von 1939 in New York und viele andere
Ereignisse: Die Welt als Festwiese.

Die Wüste lebt /
Christoph Schlingensief über die Befreiung des Ausdrucks vom Zwang des Sinns
Fernsehbeitrag für Prime-Time/Spätausgabe, RTL, 13.6.1999 , 15'
Der bekannte Berliner Theatermacher, der aus Oberhausen stammt, hat das Feld
seiner Interessen zur Namib-Wüste im ehemaligen Deutsch-Südwest-Afrika hin
ausgedehnt. Auch höchste Auszeichnungen, die er für sein Werk erhielt,
können die Radikalität und die Neugier dieses Regisseurs nicht zähmen. Das
hat einen einfachen Grund: Wenn man für alles, was man sagt, einen Sinn
braucht, wird man die sinnlosen Züge der Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts
nicht beschreiben können. Befreit man den künstlerischen Ausdru
ck aber vom Sinnzwang, so wird sichtbar: Die Wüste lebt.

Christian Schulte,
Dr. phil., Literatur- und Medienwissenschaftler, Lehrbeauftragter am Seminar
für Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Seit 2001 Mitarbeiter
der DCTP/Entwicklungsgesellschaft für TV-Programm.
Buchveröffentlichungen u.a.: (Hg.) Die Schrift an der Wand. Alexander Kluge:
Rohstoffe und Materialien, Osnabrück 2000; (Hg. mit Winfried Siebers) Kluges
Fernsehen. Alexander Kluges Kulturmagazine, Frankfurt/Main 2002 und Ursprung
ist das Ziel. Walter Benjamin über Karl Kraus, Würzburg 2003, Der Text ist
der Coyote. Heiner Müller Bestandsaufnahme, Frankfurt/Main 2004.

Ort

Mousonturm, Waldschmidtstr. 4, 60316 Ffm

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