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werbung für the thing frankfurt

11. June 2004 - 09:44

eine mediaagentur hat einen plakatwettbewerb ausgeschrieben. die aufgabenstellung ist die kreative, überregionale bewerbung eines beliebigen produkts. zu gewinnen ist die veröffentlichung der 20 besten arbeiten in einem buch, der hauptpreis ist die deutschlandweite schaltung des plakats.

das produkt, für das wir arbeiten wollen, ist thing frankfurt.

dies nehmen wir als einen anlass, um uns einmal verstärkt mit uns selbst zu beschäftigen. wir möchten ein plakat bzw. eine plakatkampagne entwickeln, die mehrere zielsetzungen erfüllt:

- bekanntmachung von thing frankfurt
- auseinandersetzung mit kunst
- sensibilisierung der wahrnehmung von off-spaces
- erhöhung der besucherfrequenz von the thing
- positionierung von thing frankfurt als lohnendes sponsoring

diese aufgabe ist zugegebenermaßen nicht einfach, jedoch gibt es keinerlei inhaltliche einschränkungen bei der gestalterischen umsetzung. einzige vorgabe, die das pakat erfüllen muss, ist das format 18/1, besser bekannt als großflächenplakat.

da sich thing frankfurt als interaktives medium der thematik kunst und kunstkritik begreift, stellen wir diese aufgabe zur diskussion.

schon aus der kritik an der aufgabenstellung sollte es möglich sein, erste ideenansätze zu finden, die uns die möglichkeiten aufzeigen, the thing zukünftig zu einem größeren bekanntheitsgrad zu verhelfen. das ist unser anliegen, und das ist unabhängig vom anlass eines plakatwettbewerbs eine sache, die alle leser, schreiber und aktivisten von thing frankfurt betrifft.

die ersten fragen tun sich bereits im umriss der aufgabenstellung auf, die auch dem selbstverständnis von thing frankfurt und seinen aktiven wie passiven teilnehmern zu einer weiterentwicklung verhelfen mögen:

- ist thing frankfurt ein überregionales produkt?
- ist the thing ein produkt?
- inwieweit ist eine markentechnische differenzierung zwischen thing
frankfurt und the thing notwendig oder möglich?
- ist the thing kunst?
- ist the thing selbst ein medium?
- ist kunstkritik ein förderungwürdiges anliegen?
- wer übernimmt bei dieser aufgabenstellung die funktion des kuratoriums?
- sollte the thing für sich werben dürfen?
- inwieweit lässt sich thing frankfurt losgelöst von seinen machern darstellen?
- was ist meine eigene position in the thing?
- lässt sich die thematik der off-spaces überhaupt darstellen, oder verschwindet nicht bereits das off im akt der öffentlichen thematisierung selbst?
- ...

auch, wenn der plakatwettberwerb, den wir als anlass für diese arbeit nehmen wollen, nicht von erfolg gekrönt worden sein sollte, würde die arbei keinesfalls umsonst gewesen sein. eine umfassende anleitung, wie the thing frankfurt sich und sein anliegen zukünftig besser kommunizieren kann, wird auf jeden fall das ergebnis sein.

ring frei für die erste runde.

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4 Kommentare

Re: werbung für the thing frankfurt

12. June 2004 - 15:32

hiermal meine antworten, als anregung für die anderen:


1) - ist thing frankfurt ein überregionales produkt?

the thing ffm ist bewusst kein überregionales produkt, weil innerhalb der globalisierung jedes überregionale notwendig verwässert und nivelliert wird. Siehe daher Wahrhols zynik: das schönste an london ist der macdonalds etc...

TT ist aber dahingehend überregional, als es als beispiel dienen kann, wie für lokale eigenheiten sensibilsiert werden kann. Idealerweise sollte es auch der ganzen welt thing stationen geben, die immer nr aus ihrer ganz eigenen perspektive berichten

2) - ist the thing ein produkt?

Ja, weil es steckt eine idee dahinter, die kopiert und verbreitet werden
kann.

3) - inwieweit ist eine markentechnische differenzierung zwischen thing frankfurt und the thing notwendig oder möglich?

Thing stellt den obergedanken, die dachorgansiation dar, innerhalb derer thing ffm agiert. Sie 1)

4) - ist the thing kunst?

Ja, systemtheoretisch ein expliziter fall von beobachtung 2. ordnung. Eine ausführung würde hier zu weit gehen. Aber es sei auf den ansatz von Michael Lingner verwiesen, der den keim von TT ausmacht, nachdem die qualität moderner kunst durch die qualität der kommunikation (in und) über moderne kunst bestimmt werde.

5) - ist the thing selbst ein medium?

Ja, beobachter 2. ordnung

6) - ist kunstkritik ein förderungwürdiges anliegen?

Ja, kunst und kunstkritik sind eins, siehe Lingner. Kunst und kultur erfüllen in unserer gesellschaft die aufgabe zu zeigen, was es heisst ein individuum zu sein, ein ding, was die grundlage der verfassung ist. Kunstkritik zeigt daher die grenzen des individuums auf.

7) - wer übernimmt bei dieser aufgabenstellung die funktion des kuratoriums?

Der kunstkritik? Des plakatwettbewerbs? Von the thing allgemein?

8) - sollte the thing für sich werben dürfen?

Natürlich. So wie Beuys zu Michael Schirner sagte: mein ganzes leben war werbung, aber man sollte sich mal dafür interessieren, für was ich geworben habe. - The Thing wirbt für nicht weniger als eine andere kunst.

9)- inwieweit lässt sich thing frankfurt losgelöst von seinen machern darstellen?

The Thing frankfurt stellt in seiner idee sowas wie ein haus dar, das z.b. von Andreas Kallfelz errichtet wurde, momentan von Stefan Beck bewohnt und ausgebaut wird. Wir sind alle gäste von the thing, jeder zu einem gewissen grade.

10)- was ist meine eigene position in the thing?

siehe 9)

11) - lässt sich die thematik der off-spaces überhaupt darstellen, oder verschwindet nicht bereits das off im akt der öffentlichen thematisierung selbst?

Wie an anderer stelle schon ausgeführt, der off-space ist eine illusion, allerdings eine notwendige. Er ist eine leere mitte, um die anderes kreist. Er verschwindet nicht durch die öffentliche diskussion, sondern wird von ihr
geschaffen.


[stbeck]

--
The Thing Frankfurt http://www.thing-frankfurt.de
Thing Mailinglist: mailto:thing-frankfurt-subscribe@yahoogroups.com

Re: werbung für the thing frankfurt

19. June 2004 - 23:07

also, ich weiß nicht...alles so kunstbezogen hier..das riecht sonach kunstgülle...macht es doch einfach, anstatt nur zu diskutieren, dann wird eure seite auch ein wenig besser

Re: werbung für the thing frankfurt

stbeck - 23. June 2004 - 18:13

was heisst denn "macht es doch einfach"?

und was bedeutet das "nur" in "nur zu diskutieren"?

Vielleicht liest du dir mal durch worum es bei The Thing geht...

Zum einen konstatieren wir eine krise des machens, zum anderen sehen wir die diskussion als integraler bestandteil der kunstproduktion. Die trennung zwischen kunst und kritik, also rezeption und produktion akzeptieren wir nicht mehr.

Wie könnte die seite denn deiner meinung nach besser werden? Bitte doch um vorschläge.

Re: werbung für the thing frankfurt

29. June 2004 - 20:32

Das Ergebnis ist jetzt hier zu sehen:

http://www.thing-frankfurt.de/home/merchandise/plakatwettbewerb.php


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